Ob da wohl das Wetter zu schön war oder ist die Kneipennacht einfach ausgebrannt? Busse mit nur drei Fahrgästen, übersichtliche Kneipen mit ausreichend Platz an den Theken und wenig Volk auf den Strassen, so etwas hatte man bei der Nacht der Kneipen schon lange nicht mehr gesehen. Ich hatte aber trotzdem meinen Spaß und bin zu späterer Stunde auch recht stramm nach hause gewankt ..
Angefangen habe ich im Alex, bzw. erst einmal davor. Draußen war da echt der Bär los. Die Idee, unter freiem Himmel eine Bierbude aufzubauen und für ausreichend Sitzgelegenheiten zu sorgen, hat sich unter Garantie gelohnt. Drinnen fingen gerade Grand Central an zu spielen. Zur Erinnerung: Grand Central traten Weihnachten 2005 im Welcome auf und Sänger Maik Pagels sorgte früher ebenfalls im Welcome als DJ für Musik. Die Jungs haben schön ein paar Klassiker rausgehauen und trotz Anfangs geringen Menge an Gästen für gute Stimmung gesorgt. Etwas später, als sich unsere Truppe dann endlich vor dem Alexanders gefunden hatte, ging´s dann rüber in Ninis Café. Dort sorgten ja die Madisons für guten Pop-Sound. Leider war auch hier der Ansturm recht zurückhalten, was sich aber nicht auf die Stimmung auswirkte. Hier und da ein Kurzer und das eine oder andere Bier, und unsere Welt war in Ordnung. Auch Rock-Röhre Therese gab trotz hohem Fieber und dicker Grippe mal wieder alles. Leider hatten wir aber ein schlechtes Timing, denn nur wenige Lieder, nachdem wir im Café ankamen, brauchte die Band eine Pause. Diese kleine Unterbrechung wollten dann einige von uns nutzen, um mal ins Hotel Meyn zu schauen. Da ja alle drei Locations dicht bei einander lagen, sind wir dann schnell mal rüber gelaufen. Tja, was soll ich sagen, da war tatsächlich mehr los. Die Band war auch ganz ok, und dank eines beherzten Griffes in das Schlüsselbein von einem Kellner, den ich auch erst nach Erhalt meines Bieres wieder lockerte, bekam ich sogar innerhalb von zehn Minuten was zutrinken. Lange habe ich es aber dort trotzdem nicht ausgehalten. Der Sauerstoffgehalt in der Luft war gleich null und von der Decke tropfte der Schweiß wieder auf die Leute runter. Ekelhaft! Auf dem Weg zurück Richtung Ninis und Alex traf ich dann noch ein paar Freunde, die gerade aus dem Brauhaus geflüchtet sind. Ich selber war ja nicht da, aber es soll absolut nix los gewesen sein. Gut, dass ich mir den Fußmarsch von vorne herein geschenkt habe. Den Rest des Abends pendelte ich immer wieder zwischen dem Alexanders und Ninis Café, inhalierte noch ne Currywurst und versackte zum Schluß dann bei Lutz und Baris. Alles in Allem ein schöner Abend. Zehn Euro Eintritt für zwei wirklich gute Bands gehen auch in Ordnung. Noch schöner wäre es gewesen, wenn beide Gruppen in einer einzigen Kneipe gespielt hätten, das hätte uns das Laufen erspart ;) Der eigentliche Grundgedanke und Sinn des Nighttrains blieb allerdings voll auf der Strecke. Von Jahr zu Jahr beteiligen sich immer weniger Kneipen und ich selbst muß ja auch gestehen, die Zeit in der ich alle Pubs abgeklappert habe, ist auch schon lange vorbei. Irgendwie ist da die Luft raus. Wird Zeit für was Neues. Gott sei Dank kommt ja bald der Soltauer Sommer im Hagen. Ich habe es letzte Nacht sogar geschafft, ein paar wenige Fotos zu schießen. Leider nur in mäßiger Qualität, da ich keine Lust hatte, die große Kamera mitzuschleppen. zu den Bildern |