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So „verkauft“ Top13 Music PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Mirko [Admin]   
Donnerstag, 24. Juli 2008

Der Online-CD-Handel Top13 Music hat mal wieder ein Parade-Beispiel für gutes Marketing abgeliefert. Frei nach dem Motto: wenn bei uns keiner bestellt, liefern wir trotzdem. Super Sache! Was für ein Service! Da habe ich in meinem ganzen Leben noch nie was bei denen geordert, und trotzdem kam Ende letzten Jahres eine Lieferung mit Chart-Gedröhne ins Haus geflattert. Da die Musikrichtung nicht ganz meinen Geschmack traf, und ich die ganze Sache schon ziemlich suspekt fand, ließ ich erst einmal alles eingepackt … 

Keine drei Wochen später kam auch schon die Rechnung. Der Spaß sollte mich knapp acht Euro kosten. Klar, das ist nicht die Welt, aber für Sachen die ich weder haben möchte, geschweige denn bestellt habe? Muss ja auch nicht sein ..

Also wollte ich die Damen und Herren von Top13 mal ganz freundlich auf den kleinen Fehler hinweisen. Am schnellsten geht´s per Telefon … nur 0180er Nummern, die ich trotz Flatrate bezahlen müsste. Ok, jetzt geht´s schon um´s  Prinzip. Ich will denen keinen Cent schenken. Per Email habe ich dann ganz lieb und freundlich um die Stornierung der Rechnung, Löschung meiner Daten und (falls Sie Ihren Schrott wieder haben möchten) um die Abholung der Ware gebeten.

Die Antwort war: „wenn Sie nichts haben wollten, dann hätten Sie es auch nicht annehmen dürfen.“ Witzbold! Mein Nachbar hat´s angenommen! In meiner nächsten Mail habe ich dann schon eine Frist gesetzt, bis wann die Stornierung und Abholung zu erfolgen hat. Das nächste, was ich bekam, war eine Mahnung inkl. Mahngebühren. Da auf meine Mails ja nicht mehr geantwortet wurde, musste ich also doch das Telefon bemühen. Verdammt.

Die Service-Maus schlug mir vor, auf das Paket „Annahme verweigert“ zu schreiben und es einfach in einen Briefkasten zu schmeißen. Sobald die Ware wieder bei Top13 ist, würde man die Rechnung vernichten. Ähm .. angesichts der Vorgeschichte hatte ich da meine Zweifel. Denn ist der Mist erst im Kasten, habe ich weder einen Sende-Nachweis noch eine Garantie, dass man mich ab jetzt in Ruhe lassen würde. Ich bot der Dame also an, das Ganze unfrei zurück zuschicken. „Das geht nicht, dass würde uns ja 15,- Euro kosten …“ „dann holen Sie die Ware bitte ab“ „Nein, das machen wir grundsätzlich nicht“

Irgendwie erschien mir das Gespräch doch etwas festgefahren und am Ende war ich genau so schlau wie vorher. Jetzt, acht Monate und mehrere Drohbriefe später, kam der nächste Versuch. Der Inkassodienst Fölling meldete sich mit einem abenteuerlichen Schreiben zu Wort. Aus den acht Euros wurden jetzt erst einmal 38,-. Na klar, die wollen ja auch leben. Und wenn ich nicht (ich zitiere) sofort zahle, dann wird es richtig teuer. Um mir das zu verdeutlichen, wurde schon mal eine Kostenaufstellung für Anwalt, Gericht usw. mit der sportlichen Endsumme von 133,- € ins Schreiben kopiert. Na, mir zittern die Knie!

Ich rief also dieses Inkasso-Unternehmen an und wollte den Bearbeiter sprechen. „Den kann man so nicht anrufen, der ist nie zu sprechen“, antwortete die Dame am Telefon zickig. Auf die Frage, was ich denn eigentlich wollte, erzählte ich ihr von dem Schreiben, dass ich am 22.07.2008 bekam (merkt Euch mal das Datum). „Ich kenne unsere Briefe, das brauchen Sie mir nicht erzählen.“ Ich glaube, ich habe fünf mal versucht, Ihr zu erklären, dass Sie das ganze stornieren kann, da ich ja nix bestellt habe. Aber sie schaffte es wirklich, mich nach jedem zweiten Wort mit sinnfreien Sache zu unter brechen. Etwas lauter versicherte ich Ihr, dass es von mir abgesehen von einer Klage nichts geben wird. „klick“ .. die hat Nerven! Einfach aufgelegt!

Eine Stunde später sprach ich mit Frau Schmidt von Top13. Nette Dame, ehrlich! Wieder einmal erzählte ich die ganze Geschichte. „Das verstehe ich nicht.“, antwortete sie, „Die Forderungen wurden doch schon längst gelöscht .. am 23.07.“ ??? „23.07.2007? Da hatte ich noch nicht einmal die CDs“ „Nein, dieses Jahr“ „Heute ist der 22., Frau Schmidt“ Soviel zu ´schon längst gelöscht´ Um einen Tag vordatiert hat die Frau vom Inkassodienst nach dem abgebrochenen Telefonat einfach die Rechnung storniert. Nicht, dass ich mich darüber nicht freue, aber es wirft auch ein paar Fragen auf.

Muss man immer erst laut werden, bis da was passiert? Und wenn man Monate lang Mahnungen schickt und so fest von seinem Recht überzeugt ist, warum zieht man dann den Schwanz ein, sobald das Word „Anzeige“ fällt? Was machen wohl andere Personen, die zufällig in die gleiche Situation geraten? Acht Euro .. das ist doch nix! Und bevor man da Ärger mit einem Inkasso-Unternehmen bekommt, am Ende sogar 130,- Euro vor Gericht verliert .. na da zahlt man doch lieber, oder?

Fest steht: Wer Ware bekommt, die er nicht bestellt hat, darf sie behalten, benutzen und sogar vernichten, ohne die Rechnung zahlen zu müssen. Um aber Ärger zu vermeiden, sollte man unaufgeforderte Lieferungen gar nicht erst annehmen. Und Inkassodienste, die schon im ersten Schreiben mit aufgelisteten Folgekosten drohen, sind dem Verbraucherschutz meistens auch schon bekannt. Da kann man ruhig mal zurück bellen.

 
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