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Sweet-Kim.com
Das Brief-Auto der Post PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sweet*Kim [Admin]   
Donnerstag, 10. Mai 2007
Faule Deutsche Post
Sagt mal, wie liefert bei Euch eigentlich die Post die Briefe aus? Ich meine, mit welchem Fahrzeug rollt der Postbote bei Euch an? Wie gesagt, ich spreche nicht über den Paketdienst oder gar den Zusteller, der Euch auf der Arbeit Säckeweise die Briefe bringt. Ganz normale Post bei Euch zuhause, kommt da der Postbote auch mit dem Auto?
Die Frage ist wirklich ernst gemeint, denn ich wundere mich schon ein Bißchen über die neue Form der Briefzustellung. Mir ist das ja noch nie wirklich aufgefallen, da ich normaler Weise vormittags auf der Arbeit bin. Und wenn man mal einen Tag frei hatte, dann hab ich gedacht, unsere Postbotin kommt ausnahmsweise mit dem Auto, weil es nach Regen aussieht. 

Ganz weit daneben! Der PKW ist das normale Verkehrsmittel für die Post geworden. Das gute alte Postfahrrad taugt wohl nur noch für Praktikanten. Zumindest ist das der Eindruck, den ich hier in unserer Gegend bekomme. Dabei wohne ich ja noch nicht einmal außerhalb von Soltau, oder gar in einem Industriegebiet, wo die hohe Anzahl der Briefe einen PKW rechtfertigen würde. Nein, hier stehen nur Ein- und Zwei-Familien-Häuser und eine handvoll Wohnblöcke.

Wenn ich da an Hannover zurückdenke, da wurde trotz der hohen Bevölkerungsdichte in der Südstadt (Block an Block) alles mit dem Rad gemacht, egal welches Wetter. Und pünktlich war die Post da auch, ab 9:00 Uhr hatte jeder seine Briefe. Hier in Soltau sieht das irgendwie anders aus. 

Frühestens um 11, meistens eher gegen Mittag hört man den gelben Opel-Diesel in den Strassen heulen. Das sieht dann so aus: Die Postbotin biegt in unsere Strasse und hält genau vor unserer Einfahrt, Gang raus, Handbremse angerissen (gezogen wäre hier eine Untertreibung) und die letzten drei Meter zu Fuß gelaufen. Dann geht´s zum Nachbarn, dessen Einfahrt ganze vier Meter weiter liegt. Kein Witz, sie steigt ein und fährt das kurze Stück. Weil mich an ihrer Stelle schon das ewige Ein- und Aussteigen annerven würde, hätte ich gleich beim Nachbarn geparkt und bei nur vier Metern zum nächsten Haus auf das Auto verzichtet.

Nicht so unsere Postmaus. Vier Meter sind zum Laufen ganz klar zu viel. Und die Abstände zwischen den Häusern werden hinter meinem Nachbarn auch noch größer. Jetzt lohnt es sich sogar, den Motor im ersten Gang so richtig auf Touren zu bringen. Bei mehr als sechs Metern Strecke, erreicht sie auch schon mal die Drehzahlbegrenzung. Das hat auch seinen Vorteil, denn wenn man auf wichtige Post wartet, wird man gleich akustisch durch den schreienden Motor auf den vollen Briefkasten aufmerksam gemacht. Das nenn ich Service! 

Ich will ja auf keinen Fall den Umweltschützer raushängen lassen, aber das find ich dann doch irgendwie übertrieben. Bei schlechtem Wetter sehe ich die Nutzung eines Autos ja ein. Aber im Sommer? Und dann auch noch bei den Spritpreisen? Kein Wunder, dass das Porto immer teurer wird …

 
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